Ringelgans (Branta bernicla bernicla Linné 1758)

engl.: Brent Goose - Brant (Nordamerika)


Die Ringelgans (Branta bernicla) ist eine relativ kleine und dunkle arktische Gans, die zu den Meergänsen gerechnet wird. Ihren Namen verdankt sie dem markanten weißen Halsring, der allerdings nicht ganz geschlossen ist.
In Deutschland ist die Art ausschließlich als Wintergast an den Küsten des Wattenmeeres zu beobachten. Die Brutgebiete dahingegen befinden sich rund um die Arktis an den Küsten des Polarmeeres.
Dies führte im Mittelalter zur Bildung verschiedener Mythen und Volksglauben.
Da niemand Ringelgänse brüten sah, dachte man, die Ringelgans wächst in fernen Ländern an Bäumen („Entenbaum“). Die mitunter auf Treibholz angespülten Entenmuscheln (Tatsächlich zwei Arten der Rankenfußkrebse.) wurden sogar für „unreife Gänsefrüchte“ gehalten, da bei diesen „Muscheln“ zwischen ihren „Schalen“ seltsame Gebilde (ähnlich Vogelfedern) zu sehen waren. So entstand aus der Bezeichnung für Muschel (keltisch = barnagh, daraus schottisch = barnacle) der wissenschaftliche Begriff bernicel und damit die „Bernikelgans“. Auf den Mythos der Entenmuscheln bezog LINNÉ den lateinischen Namen für die beiden Rankenfußkrebsarten Lepus ansifera (heute L. fasciculares) und Lepus anatifera. Pate standen dafür anser = Gans und anas = Ente sowie ferre = tragen.
Selbst die Mönche machten sich den Volksglauben zu Nutze und deklarierten Bernikelgänse zur Fastenspeise, da sie ja „vegetarischer Herkunft“ waren. Erst ein päpstliches Verbot beendete diese Fastengewohnheit.


Systematische Einordnung

Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Gänse und Schwäne (Anserinae)
Gattung: Meergänse (Branta Scopoli)


Vorkommen

Aufgrund ihrer Lebensweise unterteilt die Zoologie die Gänsearten in zwei Gruppen: In die grauen oder Feldgänse und in die schwarzen oder Meergänse.
Die grauen Gänse (Grau-, Saat-, Bläss-, Zwerg- und Kurzschnabelgans) sind bei ihrer Nahrungsaufnahme auf Acker- und Feldflächen angewiesen.
Die Meergänse, zu denen die Ringelgans, die Nonnengans und die Kanadagans gerechnet werden, sind überwiegend auf Salzwiesen, an Flüssen und dem küstennahen Hinterland zu beobachten.

Die Ringelgans kommt während des arktischen Sommers um den Nordpol herum vor und brütet dort.
Man unterscheidet drei Unterarten (Brutgebiete s. Tabelle 1):
- die Dunkelbäuchige Ringelgans (Nominatform),
- die Hellbäuchige / Atlantische Ringelgans und
- die Schwarzbäuchige / Pazifische Ringelgans.

Allerdings können innerhalb der einzelnen Unterarten verschiedene Teilpopulationen unterschieden werden, deren Einordnung noch in der Diskussion steht.

Tab.1: Brutgebiete der einzelnen Ringelgansunterarten.

Ringelgans - Unterart Brutgebiete
Dunkelbäuchige (Branta bernicla bernicla) Nordsibirien etwa zwischen dem 65. und 100. Breitengrad, Hauptvorkommen Taimyr-Halbinsel
Schwarzbäuchige / Pazifische (Branta bernicla nigricans) von Ostsibirien, Wrangel-Insel, Bering-Straße, über Alaska bis Nordkanada bis zum Perry River, etwa vom 160. bis zum 80. Längengrad
Hellbäuchige / Atlantische (Branta bernicla hrota) östliches Nordkanada, Nordgrönland, Spitzbergen und Franz-Josef-Land


Wanderungen

Ende September kehren Ringelgänse schon wieder aus ihrem nordischen Brutgebiet in ihr Winterquartier zurück und verbleiben dort bis in den Mai hinein. Der Abzug aus dem Winterquartier beginnt aber stellenweise bereits im März.
Als „Meeresgans“ hält sich die Ringelgans während des Zuges hauptsächlich an den Meeresküsten auf. Nur selten kann man sie im Binnenland beobachten.
In Europa überwintern die Ringelgänse überwiegend in den wintermilden Gebieten Nordfrankreichs und Englands. Bei uns stellt das Wattenmeer das Hauptwinter- und Rastquartier dar. Die hier rastenden bzw. überwinternden Ringelgänse sind überwiegend sibirische Brutvögel. Oft halten sich die Ringelgänse in der Gezeitenzone auf und sind dann mit Pfeifenten vergesellschaftet.

Tab. 2: Winterquartiere der einzelnen Unterarten der Ringelgans.

Unterart Winterquartier
Dunkelbäuchige Ringelgans (Branta bernicla bernicla) NW-Europa; Europäische Atlantik- und Nordseeküste von Südfrankreich bis nach Jütland sowie Britische Inseln
Schwarzbäuchige Ringelgans (Branta bernicla nigricans) Asiatische Pazifikküste; Küsten Japans und Chinas und nordamerikanische Pazifikküste
Hellbäuchige Ringelgans (Branta bernicla hrota) Küste Nordostenglands, Irland, Dänemark; Kanadische Population an amerikanische Atlantikküste


Für einzelne, beringte Gänse sind geradezu außergewöhnliche Flugleistungen auf dem Heimzug belegt. So schaffte eine Gans die 2.800 km lange Strecke von der Hallig Jordsand (Dänemark) bis zum Oberlauf der Petschora (östlich Kanin-Halbinsel) in 7 Tagen. Eine andere Gans benötigte für die 4.200 km von der holländischen Insel Texel bis Dixon (Sibirien) 17 Tage. Dort wurde sie allerdings Beute des Eisfuchses.
Generell wurde berechnet, dass beim Nonstopflug für die 1.500 km lange Strecke „Wattenmeer – Finnischer Meerbusen“, bei leichtem Rückenwind, 17 Flugstunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 km/h aufgewendet werden müssen.
Für diese energetisch aufwendige Leistung benötigen die Gänse enorme Fettdepots, die sie sich im Winterquartier anfressen müssen. Voraussetzung dafür ist der Schutz vor menschlichen Störungen.
Letztendlich wirken sich die Bedingungen auf dem Rückzug auch direkt auf den Bruterfolg aus. Denn mit Rückenwind ist die Reisezeit kürzer und die Gänse verlieren weniger Körpergewicht, da der Energieverlust geringer ist. Bei ungünstigen Bedingungen treffen die Gänse stark erschöpft und mit wenigen Fettreserven im Brutgebiet ein. Nachgewiesen ist, dass schwerere Gänse deutlich größere Gelege hervorbringen und erfolgreicher brüten.


Aussehen

Mit etwa 60 cm Körpergröße sind Ringelgänse kaum größer als unsere bekannten Stockenten.
Die Gans ist meist etwas kleiner und kurzhalsiger als der Ganter (s. Tabelle 3).
Das Gefieder ist bei beiden Geschlechtern gleich gekennzeichnet.
Vom Kopf, über den Hals bis zur Brust sind Ringelgänse mattschwarz gefärbt. Von gleicher Farbe sind die Flügel. Die Flanken und der Bauch sind von dunkelgraubrauner Farbe. Der Rücken und die Schultern sind schieferbraun, der Schnabel und die Füße sind wieder schwarz gefärbt.
Der namensgebende, schmale weiße Halsring ist erst bei den Altvögeln ausgeprägt und fehlt den jungen Ringelgänsen noch (s. auch Tabelle 4).

Tab. 3: Größe und Gewicht der beiden Geschlechter der Ringelgans.

Geschlecht Gewicht (g) Größe (cm)
Ganter 1.250 – 2.200 58 - 66
Gans 1.200 – 1.900 55 - 62


Tab. 4: Kennzeichen der einzelnen Unterarten der Ringelgans.

Ringelgans - Unterart Kennzeichen
Dunkelbäuchige (Branta bernicla bernicla) Dunkel graubraunes Körpergefieder. Die Flanken sind fein weißlich gesäumt. Der Halsring besteht aus feinen weißen Bändern.
Schwarzbäuchige / Pazifische Ringelgans (Branta bernicla nigricans) Das Körpergefieder ist vorwiegend schwarz. Die Flankenzeichnung ist kräftig weiß. Der Halsring ist breit, fast geschlossen.
Hellbäuchige / Atlantische Ringelgans (Branta bernicla hrota) Aufgehelltes, bräunliches Körpergefieder. Der Bauch und die Flanken sind breit gesäumt, sodass sie mehrheitlich weißlich erscheinen. Der Halsring ist ebenfalls fein gezeichnet.

Ringelgänse, vergesellschaftet mit Weißwangen-/Nonnengänsen (Branta leucopsis). Aufnahme: K. RÖNSCH, 25.10.2004, Tüskendörsee (Borkum).

Im Flug wirkt die Ringelgans als sehr kleine, dunkle und kurzhalsige Gans, mit einem abgesetzten weißen Hinterende.
Die Stimme der Ringelgans klingt wie „honk“ oder aber „rott-rott-rott“, worauf sich auch ihr älterer deutscher Name „Rottgans“ bezieht.
In Nordeuropa gefangene Ringelgänse wiesen ein Alter von 13 bzw. maximal 16 Jahren auf.
Für eine Gruppe kanadischer schwarzbäuchiger Ringelgänse konnte über Beringung ein Alter von 20 bis 25 Jahren festgestellt werden.


Brutbiologie

Die Brutgebiete der Ringelgänse liegen in der baumlosen hocharktischen Tundra.
Ringelgänse haben daher nach ihrem Abflug aus dem Wattenmeer nicht sehr viel Zeit zur Brut, da der Polarsommer nur sehr kurz ist. Manchmal liegt im Brutgebiet auch noch Schnee, wenn die Gänse ab Ende Mai eintreffen. In dieser Zeit sind die Gänse auf ihr Fettdepot angewiesen, das sie sich im Winterquartier angefressen haben. Trotzdem beginnen sie sofort mit Nestbau und Eiablage.
Ihre Nester legen die Ringelgänse einzeln oder auch in Kolonien an. Für gewöhnlich liegt das Nest auf einer leicht erhöhten, von Steinen umgebenen Vegetationsinsel in sumpfigem Gelände. Dabei wird ein Standort bevorzugt, der an einem Süßgewässer (vor allem Tümpel) liegt. Oft führen extreme Hochwasser zum Verlust der Gelege. Allerdings wurde auch schon beobachtet, dass Gelege, die 24 Stunden unter Wasser standen, weiterbebrütet wurden und die Jungen sogar schlüpften.
Das Nest wird aus Gräsern, Flechten und Moos gebaut. Innen wird es mit Dunen ausgepolstert, die sich die Gans aus dem Bauchgefieder zupft. Dabei entsteht der charakteristische „Brutfleck“.
Das Gelege besteht aus 3 bis 6 hellolivgrünen Eiern, die bereits eine Woche nach Ankunft aus dem Winterquartier gelegt werden können. Die Brutdauer beträgt 24 bis 26 Tage. Die frisch geschlüpften Jungen werden zunächst zum nächsten Gewässer geführt, wo sie sich bis zur Mauser aufhalten. Das gesamte Brutgeschäft dauerte nur ca. 110 Tage.
Die Ganter halten sich in Nestnähe auf und beteiligen sich anfangs an der Jungenführung. Später sondern sie sich jedoch vor Beginn ihrer Schwingenmauser von den Familien ab und bilden große Mauserscharen. Die Schwungfedern wachsen innerhalb von 22 Tagen nach.
Die gemeinsam abziehenden Familienverbände lösen sich dann bereits während des Herbstzuges auf.
Ringelganspaare bleiben ein Leben lang zusammen und halten ihrem Brutplatz die Treue. Die große Mehrheit der jungen Gänse kehrt an den Ort ihrer Geburt zurück.
Der Bruterfolg der Ringelgänse in der arktischen Tundra hängt vor allem von der Größe der Kleinsäugersäugerpopulationen ab. Dies betrifft vor allem die Bestandsgröße von Halsbandlemming (Dicrostonyx torquatus) und Sibirischem Lemming (Lemmus sibiricus). Beide Arten vermehren sich in festen Zyklen, von denen die Beutegreifer der Arktis abhängig sind. Ein hoher Lemmingbestand heißt immer, dass sich Eisfuchs (Alopex lagopus) und Schnee-Eule (Nyctéa scandiaca) erfolgreich vermehren. Ist der Lemmingbestand allerdings gering, dann steigen vor allem die Eisfüchse auf Ersatznahrung um und das sind dann Ringelgänse oder deren Eier und Küken.
Oft nutzen einzelne Ringelganspaare den Schutz eines Schnee-Eulenpaares, da diese in der Lag sind, den Eisfuchs von ihrem Nest vertreiben können. In einem Jahr mit wenigen Lemmingen brüten aber die Schnee-Eulen erst gar nicht. Das heißt zusätzlich, dass dann auch der Schutz für die Gänse entfällt.
Eine zusätzliche Anpassung an den extremen arktischen Lebensraum stellt die Fähigkeit der Ringelgansweibchen dar, bei extremen Umweltbedingungen (späte Schneeschmelze) die im Ovar bereits gebildeten Follikel wieder zurückzubilden. Die Vögel können damit die Gelegegröße begrenzen, oder in extremen Jahren die Brut ganz unterdrücken.


Nahrung

Die Ringelgans braucht enorme Nahrungsmengen, denn nur knapp ein Drittel der aufgenommenen Nahrung kann tatsächlich verdaut werden.
Sie besteht in den Brutgebieten aus Tundrapflanzen einschließlich Flechten und Moosen, die von den Felsen abgeäst werden sowie Seggen und Andelgras.
Im Herbst fressen die Gänse im Watt vor allem Kleines Seegras, Grünalgen, Queller, Strandaster, andere Halophyten und auch Beeren. Nach der Überwinterung im Frühjahr grasen sie vor allem das junge Grün der Salzwiesen ab.
Mithilfe ihrer gut ausgebildeten Salzdrüsen können die Ringelgänse das mit der Nahrung aufgenommene Salz wieder ausscheiden.
Auf Meerstrandwegerichflächen verbeißen die Gänse fast nur die vier zarteren, oberen Blätter. Innerhalb von vier Tagen haben sich die Pflanzen wieder regeneriert. Dann kehren die Gänse wieder auf die Fläche zurück. So beweiden die Gänse auch andere Weideflächen, man kann von einem regelrechten „Management“ sprechen.
An der Nordsee, haben sich die Ringelgänse auch auf andere Wasserpflanzen wie Seetang, Grünalgen und verschiedene Salzpflanzen umgestellt. Häufiger als zuvor werden heute die Marschwiesen - vor allem bei Hochwasser - beflogen. Ebenso werden aber auch Mollusken, Crustaceen und andere Wirbellose (z. B. Wattringelwürmer) gefressen.
Bei der Nahrungssuche sind die Ringelgänse oft mit Pfeifenten und Weißwangengänsen vergesellschaftet.

Ein kleine Gruppe Ringelgänse beim Fressen von Algen an Buhnen, die vom Seewasser überspült werden. Aufnahme: K. RÖNSCH, 28.10.04, Borkum, Westküste.


Bestand

Der Bestand der Ringelgans ist aufgrund ihres komplizierten Lebensrhythmus extrem anfällig gegenüber natürlichen Veränderungen, wie extreme Wetterlagen und fehlende Nahrungspflanzen in ihrem Brut- und Rastgebieten. Alle Bestandszahlen beruhen auf Zählungen in den Überwinterungsgebieten.
Im Brutgebiet korreliert der Bestand an Ringelgänsen stark mit der Populationsgröße von Kleinsäugern und Beutegreifern. Späte Kälteeinbrüche oder auch Schnee- und Regenfälle können im Brutgebiet zum Totalausfall der Brut führen. Milde Winter im Winterquartier führen zu einem verfrühten Vegetationswachstum, so dass den Gänsen vor dem Abflug überwiegend rohfaserreiche Gräser zur Verfügung stehen.
Kommt dazu noch eine Beeinflussung dieses komplizierten Systems durch den Menschen, dann kann dies gravierende Auswirkungen haben.
Die unkontrollierte Jagd ist einer dieser Faktoren. So wirkte sich die Zwangsdeportation von Menschen im Rahmen der stalinistischen Säuberungen in den 30iger Jahren auch auf die sibirischen Ringelgänse aus. Denn die hungernden Gefangenen fingen die während der Mauser im Sommer für einige Wochen Flug unfähigen Gänse mit ihren Fischnetzen zu Tausenden ein. Diese Jagdmethode wurde noch bis in die 60er Jahre von den sowjetischen Fischerei-Sowchosen weiter durchgeführt.
Fast gleichzeitig kam es zu einer Veränderung der Nahrungsgrundlage im Winterquartier. Die Katastrophe begann im Spätsommer des Jahres 1931 an der nordamerikanischen Atlantikküste. Eine Pilzerkrankung führte dazu, dass fast 90 % der Seegrasart Zostera marina von der sich die Gänse hauptsächlich ernähten, innerhalb kurzer Zeit abstarben. Schnell griff das Seegrassterben auf die französische Atlantikküste über und verbreitete sich auch an anderen europäischen Küsten. Somit verschwand die Hauptnahrung der Ringelgänse aus einem Großteil des Wattenmeeres. Allerdings ernähren sich Ringelgänse auch von anderer Nahrung und so müssen weitere Faktoren zum Bestandsrückgang geführt haben. Dazu zählen wohl auch die Beunruhigungen während des zweiten Weltkrieges. Andere Vermutungen gehen davon aus, dass die Gänse auf den Wiesen des Weidelandes, die sie dann zur Nahrungssuche aufsuchten, leichter und vor allem in großer Zahl zu jagen waren. Mitte der 50er Jahre wurde der Gesamtbestand nur noch auf 10.000 bis 16.000 Vögel geschätzt. Doch dann begannen sich die überlebenden Gänse in ihrer Ernährung umzustellen und damit konnte sich auch der Gesamtbestand erholen. Die Gänse begannen vermehrt auf den Salzwiesen zu grasen und so bildete Gras den Hauptbestandteil der Winternahrung. In den 60iger Jahren gab es bereits wieder 30.500 Gänse und Mitte der 70er Jahre waren es ca. 110.000 Gänse. Gleichzeitig wurde in Europa (Frankreich und Dänemark) die Jagd auf Ringelgänse verboten. Dies hatte noch einmal eine Bestandszunahme zur Folge. In den 80er Jahren gab es dann 200.000 bis 300.000 Ringelgänse. Damit war die rasche Zunahme der Art beendet.
Inzwischen ist der Bestand wieder auf 200.000 Gänse gefallen, da wiederholt der Bruterfolg ausblieb. Als Ursachen werden der Klimawandel und erneute Jagd in den sibirischen Brutgebieten vermutet.
Aber auch die Konkurrenz mit anderen Gänsearten könnte zu Bestandsveränderungen führen. So wirkt sich z. B. die Zunahme der größeren Weißwangengans auf Spitzbergen auf den Bestand der dort brütenden Ringelgansunterart aus.
Selbst der Reaktorunfall von Tschernobyl führte zur Verstrahlung einzelner Gänse, wie Vogelberinger auf Texel feststellten.

© Dirk Schäffer (11/2004; aktualisiert 03/2008)