Jagdfasan (Phasianus colchicus LINNAEUS, 1758)

engl.: Pheasant

Abb. 1: Fasanenhahn.

Abb. 2: Fasanenhenne.


Der Jagd- oder Edelfasan (Phasianus colchicus) ist aufgrund seiner Größe und des Aussehens der Hähne eine der auffälligsten Vogelarten Deutschlands, die ihre Existenz aber ausschließlich dem Menschen zu verdanken hat.
Die mitteleuropäischen Populationen des ursprünglich nur in Zentral- und Ostasien vorkommenden Hühnervogels gehen auf Auswilderungen zurück. Erstmals brachten die Römer den Fasan als Zier- und Tafelvogel nach Europa. Spätestens zur Mitte des 11. Jahrhunderts hatten sich dann frei lebende Fasane in Mitteleuropa etabliert.
Nun gehört der eingebürgerte Fasan - nach Definition des Bundesamtes für Naturschutz - zu den etablierten heimischen Arten (Archäozoon), da die Fasane vor 1492 vorkamen und sich ohne Zutun des Menschen über mehrere Generationen hinweg vermehren. Künstliche Bestandserweiterungen durch ausgewilderte Vögel werden aber nach wie vor durchgeführt.


Systematische Einordnung

Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
Familie: Glatt- und Raufußhühner (Phasianidae)
Gattung: Edelfasane (Phasianus)


Vorkommen

Mittlerweile kommt der Fasan in ganz Mittel- und Westeuropa vor. Die Art fehlt in Portugal, Norwegen, Nordschweden, Nordfinnland, Island, im Norden Russlands, Sardinien, Süd-Italien und Griechenland. Selbst in Nordamerika, Hawaii, Australien und Neuseeland wurden Fasanen eingebürgert. Die Fasanen in Mitteleuropa stammen ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Vom Kaukasus und dem Schwarzen Meer bis zur Mongolei, China, Japan und Taiwan gibt es ca. 30 verschiedene Subspezies bzw. Unterarten der Art Phasianus colchicus, die sich in der Gefiederfärbung und in der Größe unterscheiden. Das westlichste Vorkommen bestand in Bulgarien und Griechenland. Durch die Hybridisierung mit ausgesetzten Zuchtfasanen wurde die ursprüngliche Unterart des Edelfasanes vollständig verdrängt. Die Hybriden sind größer und legen auch mehr Eier.
Die bei uns lebenden Fasanen sind Kreuzungen dieser Subspezies und seit dem Mittelalter in Deutschland heimisch. Zudem wurde auch versucht, weitere Fasanenarten auszuwildern bzw. als Jagdwild heimisch zu machen (s. Tabelle 1). Der Großteil der in Deutschland lebenden Fasanen stellt allerdings eine Mischung aus den verschiedenen eingeführten Subspezies dar, wobei noch weitere eingekreuzt worden sein können.

Tab. 1: Fasanenarten, die in Europa hauptsächlich ausgewildert wurden.

Art Vorkommen Merkmale
Mongolischer Ringfasan (Phasianus colchicus mongolicus, J.F. BRANDT) Kirgisien, Südost-Kasachstan Aufgrund des höheren Körpergewichts deutlich plumper als die kaukasische Form und damit eine leichtere Beute für Fuchs und Habicht. Die Mongolicus-Gruppe wird auch als "Weißflügelfasanen" bezeichnet.
Chinesischer Ring- oder Reisfasan (Phasianus colchicus torquatus, GMELIN) Ostchina, Hondu Die Torquatus-Gruppe wird auch als "Graubürzelfasanen" bezeichnet, da der Bürzel blaugrau gefärbt ist. Die Flügeldecken sind hell isabell bis grau. Größe: Hahn 90 cm
Kupferfasan (Syrmaticus soemmerringii, TEMMINCK, 1830) 5 Unterarten auf den Inseln Japan, Hondo, Kiusiu Syrmaticus-Gruppe (Langschwanz- bzw. Bindenfasanen, aufgrund des langen, mit breiten Querbinden gefärbten Schwanzes. Größe: Hahn 109 - 137 cm
Buntfasan / Japanischer Fasan(Phasianus versicolor VIEILLOT, 1825) 4 Unterarten auf den Inseln Japan, Hondo, Kiusiu, Shikoku Deutlich kleiner als colchicus und mongolicus: Hahn (81,5 cm groß) überwiegend grün mit blauer Kehle, ohne Halsring. Henne dunkel gesprenkelt.


Die derzeitigen Hauptverbreitungsgebiete liegen in den tiefer gelegenen, landwirtschaftlich genutzten Regionen Deutschlands, da Fasanen Probleme haben, sich an die bewaldeten Mittelgebirgslagen anzupassen. Zwischen Süd- und Norddeutschland werden die Populationen getrennt, da die Mittelgebirgszüge - von der Eifel im Westen, bis zum Erzgebirge im Osten - eine natürliche Barriere für die Ausbreitung darstellen. Einen Verbreitungsschwerpunkt bildet die Art im Nordwestdeutschen Tiefland. In Süddeutschland kommt der Fasan großflächig in Südhessen, dem südlichen Rheinland-Pfalz, entlang des Rheins in Baden-Württemberg und westlich des Bodensees vor. Auch in Bayern ist die Art vor allem entlang der Donau weit verbreitet. In Ostdeutschland sind regionale Populationen in Brandenburg, dem nordwestlichen Sachsen und dem Thüringer Becken bekannt. In Mecklenburg-Vorpommern kommt die Art nur lokal vor.


Biotop

Der Fasan ist daher als klassischer Kulturfolger anzusehen. Er liebt weite, von Hecken und Feldgehölzen unterbrochene und wintermilde Agrarlandschaften mit Schilfdeckung an möglichst fließenden Gewässern. Er hält sich jedoch auch in angrenzenden lichten Wäldern auf. In den Feldfluren benötigt er allerdings Gehölze und Hecken, die ihm ausreichend Deckung bieten. Der Fasan besiedelt meist Gebiete unter 150 Meter über Normalnull und meidet Mittelgebirgslagen ab 400 m NN fast vollständig.


Merkmale

Während die Hähne prächtig gefärbt sind, sehen die Hennen deutlich schlichter aus. Die Hennen sind grau-braun-schwarz gefleckt und haben einen deutlich kürzeren Schwanz (s. Tabelle 2).
Augen und Gehör sind gut ausgeprägt, der Geruchssinn dagegen weniger gut.

Tab. 2: Morphologische Merkmale und Gefiederzeichnung der beiden Geschlechter des Fasans. Die Hähne können sehr verschieden gefärbt sein, da sie z.T. aus verschiedenen Zuchten stammten und so im Freiland Hybriden entstanden.

Merkmal Hahn, s. Abb. 1 Henne, s. Abb. 2
Länge 75/80 ? 90 cm, davon 45 cm Schwanz 53 - 62 cm, davon 30 cm Schwanz
Gewicht 1.150 ? 1.300 g 900 g
Kopf blau-/grünschwarz mit kleinem Schopf gelblichbraun
Iris gelb gelbbraun
Augen umrandet von leuchtend roten Hautlappen und weißem Augenring
Schnabel gelblich hornfarben
Hals blau-/grünschwarz mit mehr oder minder breitem weißen Halsring gelblichbraun und hell / dunkel gemustert
Rücken kupferrot bis braun mit weißschwarzer Federzeichnung dunkler
Brust kupferbraun gelblichbraun und hell / dunkel gemustert
Bauch kupferbraun gelblichbraun und hell / dunkel gemustert
Flügel hellbraun gelblichbraun und hell / dunkel gemustert
Füße mit spitzen Sporen (bei juv. noch stumpf) gelblichbraun und hell / dunkel gemustert
Beine bräunlichgrau bräunlichgrau
Schwanz lang, braun mit schwarzer Bänderung gelblichbraun


Flug: Der Fasan fliegt oft nur wenige hundert Meter weit, wobei der Abflug geräuschvoll ist. Dafür kann er schnell mit relativ großen Schritten laufen.

Alter: Die Sterblichkeit der Küken und Jungfasane ist im ersten Lebensjahr sehr hoch. In freier Wildbahn wird der Fasan daher nur zwei bis drei Jahre alt, in Gefangenschaft acht bis zehn Jahre. Das Höchstalter eines freilebenden Fasans betrug 7 Jahre und 7 Monate.

Stimme: Der Fasanenhahn ist an verschiedenen charakteristischen Rufen zu erkennen. So z.B. einem lauten undharten Doppelruf (?gog-gog?), der vor allem zur Balzzeit, aber auch beim abendlichen Aufsuchen des Schlafplatzes (Aufbaumen) auf einem Baum oder hohem Busch zu hören ist. Der Warnruf ist ein lautes Gackern, während die Henne ein durchdringendes Piepen hören lässt.
Brutbiologie

Ab März finden sich die Fasanenhähne auf bestimmten Balzplätzen ein und stolzieren dort mit gesträubtem Gefieder und abgespreizten Schwingen umher. Dabei ertönt ihr Balzruf ?gö-ök?, dem meist ein schwirrender Flügelschlag folgt. Zwischen den Hähnen kommt es während der Balz zu Auseinandersetzungen, die sich meistens auf ein festgelegtes Ritual beschränken. Beide Hähne stehen sich dann aufgerichtet frontal gegenüber oder schreiten parallel nebeneinander her. Führt dieses Imponiergehabe gegenüber dem Gegner nicht zum Erfolg, kommt es zum Scheinpicken zwischen den Hähnen. Nur wenn auch dabei keiner der beiden Hähne aufgibt, wird untereinander ernsthaft gekämpft, wobei Verletzungen aber nur sehr selten auftreten.
Der Fasanenhahn hat meist einen Harem von mehreren Hennen um sich. Durch die Jagd kommen auf jeden Hahn 5 bis 6 Hennen. Um dieses Verhältnis zu gewährleisten und um die Fasanenbestände künstlich zu erhalten, wird in der Regel nur der Hahn bejagt.
Ein solcher Haupthahn mit Harem ist in der Balzzeit an den hochstehenden Ohrbüscheln deutlich von den Nebenhähnen ohne Hennen zu unterscheiden. Er umwirbt immer einzelne Hennen seines Harems. Als Kontaktruf zwischen Hahn und Henne dient dabei ein leises Gurren. Mit tief gehaltenem Kopf und aufgeplustertem Gefieder spreizt der Hahn den der Henne zugewandten Flügel ab und senkt ihn nieder. Dabei geht der Hahn um die Henne herum oder drängt sich seitlich an sie, wobei sich manchmal auch die Henne mitbewegt. Nach der Balz, in der Zeit von März bis Mai, legt die Henne 10 bis 20 Eier in ein einfaches und gut getarntes Bodennest, das aus wenigen dürren Halmen und Bauchfedern besteht. Die Tarnung in der Vegetation ist wichtig, um sich vor den vielen Nesträubern zu schützen. So erbeuten z. B. Krähen, Elstern, Wanderratten, Igel und Wildschweine die Fasaneneier. Als Neststandorte dienen Weg-, Graben- oder Waldränder, wo Hochstauden und Bäume als Schutz genutzt werden. Falls das erste Gelege z. B. durch Fressfeinde oder Wiesenschnitt verloren geht, werden Nachgelege angelegt.
Nach gut drei Wochen (22/23 bis 26/27 Tage) Brutzeit schlüpfen die Fasanenküken, die sich in der ersten Zeit vor allem von Insekten ernähren. Sofort nach dem Schlupf führt die Henne ihre Küken (ca. 20 g schwer) an bestimmte Futterplätze, wo sie ihnen die entsprechende Nahrung zeigt.
Nachdem die Küken 10 bis 12 Tage (ca. 100 g schwer) am Boden verbracht haben, können sie bereits etwas fliegen und baumen nach 10 bis 12 Wochen zur Übernachtung mit der Henne auf Bäumen auf. Dies bedeutet dann bereits einen besseren Schutz vor ihren vielen Feinden. Dies sind Wiesel, Iltis, Dachs, Steinmarder, Marderhund, Waschbär, Fuchs, Wildschwein, Hauskatze, Bussard, Sperber und Habicht.
Schon zum Ende des Jahres lassen sich die jungen Fasanen von den Alten in Größe und Färbung kaum noch voneinander unterscheiden. Im Winter bilden die Fasanen kleinere Trupps aus, wobei die Geschlechter oft getrennt sind.


Nahrung

Der Fasan ist ein tagaktiver Vogel und nimmt an tierischer Kost Insekten, Schnecken und Würmer meist scharrend und pickend am Boden auf. Vor allem die Küken fressen in den ersten Lebenswochen kleine Wirbellose, wie z.B. Regenwürmer, Insekten, Nackt- und Gehäuseschnecken. Selbst Mäuse können getötet und gefressen werden. Als positiver Auswilderungseffekt zählt auch die Vorliebe für Kartoffel- und Rüsselkäfer.
Vorrangig leben Fasane aber von pflanzlicher Nahrung, von den Körnern der Gräser und des Getreides sowie von Beeren, Eicheln und Früchten. Aber auch Knospen, junge Triebe, Kräuter, Rhizome und ganze Pflanzenteile werden nicht verschmäht. Diese größeren Pflanzenteile werden im Muskelmagen des Fasans zerkleinert. Zusätzlich picken die Vögel kleine Steine auf, die durch ihre Reibung die Magentätigkeit unterstützen.


Bestand

Wie für alle wildlebenden Hühnervögel wirken sich auch für den Fasan nasskaltes Wetter im Frühjahr und im Sommer sowie schneereiche Winter lebensbedrohlich und bestandsverringernd aus. Das betrifft vor allem die Küken, die bei Regen und Kälte eine sehr hohe Sterblichkeit aufweisen. Auch Krankheiten (z.B. Kokzidose) reduzieren die Bestände. Verstärkt werden diese Effekte durch die erfolgte bzw. noch erfolgende Auswilderung von lokal ungeeigneten Vögeln. Generell ist der Jagdfasan genetisch sehr heterogen, was durch gewisse Domestikationseffekte in den Fasanerien und der Durchmischung der Subspezies verursacht wurde und wird.
Nur bis zur Ernte bieten die Felder, auf denen Nutzpflanzen angebaut werden, den Fasanen Deckung. Im Winter bietet dann die ausgeräumte Agrarlandschaft ohne Bäume und Sträucher keinen Schutz mehr. Der Fasan wird so zur leichten Beute seiner vielen Fressfeinde (z. B. Habicht, Fuchs, Marder und Katzen).
Aufgrund dieser Verschlechterung des Zustandes seines Lebensraumes, der Abnahme geeigneter Biotope durch intensive Landnutzung und der Zunahme der Fressfeinde sind einzelne Bestände regional rückläufig. Daran ändert auch die Besiedlung neuer Lebensräume, wie z. B. in Großstädten, nichts.
Der Fasan unterliegt wie alle europäischen Vogelarten dem allgemeinen Schutz der EU-Vogelschutzrichtlinie. Er gehört allerdings zu den Arten des Anhangs II/1 und darf daher in allen EU-Mitgliedstaaten bejagt werden. In Deutschland darf der Fasan nach Bundesjagdgesetz vom 16. Oktober bis 15. Januar bejagt werden. Die Jagdstrecken unterliegen generell starken Schwankungen. Daher ist es kaum möglich aus diesen Daten auf die tatsächlichen Besatzdichten oder Populationsentwicklungen zu schließen. Dies liegt einerseits an der überwiegenden Bejagung der Hähne und andererseits an der diskontinuierlichen Bejagungsintensität. Auf Grund der vergleichsweise geringen Populationsdichten und der nur lokalen Vorkommen wird der Fasan z.B. in Ostdeutschland nur sehr extensiv bejagt. Dies macht einen Anteil von etwa 1 % an der deutschen Fasanenjagdstrecke aus.

Jagdstrecke in Deutschland:
2002/03: 350.816
2003/04: 394.871
2004/05: 446.641
2005/06: etwa 377.000

Immer wieder kommt es aber zu neuen Aussetzungen in großem Stil, die kritisch zu hinterfragen sind. Viele der ausgesetzten und noch nicht an die Umweltbedingungen adaptierten Vögel werden daher Opfer von Krankheiten, Fressfeinden und vor allem dem Straßenverkehr und Landmaschinen. Auch eine Beunruhigung anderer Hühnervögel (z.B. Rebhuhn) oder deren Verdrängung (z.B. Birkhuhn) wird diskutiert.


Geschichte der Einbürgerung

Der Sage nach soll der Fasan vom legendären griechischen Helden Jason und seinen Argonauten bei der Suche nach dem Goldenen Vlies in Mittelasien entdeckt und nach Hellas gebracht worden sein. Darauf deutet auch der Name des Vogels hin: Fasan, vom griechischen ?Phasianòs? abgeleitet, bedeutet ?der (Vogel) vom Phasis?. Dies war der antike Name (Phasis) des heutigen Flusses Rion (östliche Schwarzmeerküste), der im Land Kolchis (antike Bezeichnung für die Region Georgien) ins Schwarze Meer mündet.
Schon der römische Feldherr und Feinschmecker Lukullus (447 v. Chr. geboren) schätzte den Fasan auf seiner Tafel. Im 2. Jahrhundert vor Christus ließ Ptolemäos III, griechischer Statthalter in Ägypten bereits Fasanen in Gehegen zur Fleischgewinnung züchten. Zur gleichen Zeit wurde der Fasan von den Römern in alle von ihnen eroberten Länder eingeführt, um ihre Tafeln zu bereichern. Die Römer erhielten den Vogel von griechischen Händlern und schätzen ihn als Marschverpflegung für ihre Offiziere.
Im 4. Jahrhundert nach Christus gab es bereits Fasanenmeister, die für die künstliche Brut und Aufzucht zuständig waren. Der Fasan wurde ausschließlich zur Mast gehalten und galt als Delikatesse. Eine eigene Unterart (Phasianus pastus) wurde gezüchtet. Der sittenstrenge Kaiser Julian hat den Verzehr von Fasanen allerdings verboten. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Fasan aber bereits ungewollt in der freien Wildbahn der damaligen Provinzen Gallien und Germanien eingebürgert.
Der Frankenkönig Theuderich (Anfang 6. Jh.) nutzte Fasanen als Diätspeise. Karl der Große verpflichtete die Angestellten seiner königlichen Landsitze zur Fasanenzucht. Die ersten Auswilderungen von P. c. colchicus fanden 500 bis 800 u. Z. in Mittel- und Westeuropa statt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Fasan im 11. Jahrhundert in Böhmen und England. Im 13. Jahrhundert entstanden an allen europäischen Fürstenhöfen die ?Fasanengärtlein?, wo die Vögel in großen Volieren gehalten wurden und Friedrich II dokumentiert freilebende Fasanen. Urkundliche Erwähnungen deuten im 14. Jh. auf Vorkommen in Bayern und Hessen hin, wo der Fasan als Beizwild für die Falknerei genutzt wurde. Erst im 15. Jahrhundert erlangte der Fasan seine Bedeutung als Jagdwild. Fasanenjagd und -zucht war aber nur den Privilegierten erlaubt. 1626 führte Albrecht von Wallenstein den Fasan in Mecklenburg ein. Ab 1740 wurde der chinesische Ringfasan Phasianus colchicus torquatus in englischen Fasanerien eingekreuzt.
Im Jahre 1741 wurde auch jenen Adligen, die die Erlaubnis zum Fangen und Jagen der Fasanen hatten, die Jagd nur erlaubt, wenn sie im Beisein kurfürstlicher Jäger je nach Reviergröße 30 bis 50 Fasanen in die Wildbahn ausgesetzt hatten. Nach Überschwemmungen oder starken Wintern mussten ebenfalls 15 bis 25 Fasanen in die Wildbahn entlassen werden. Die Weiterverpachtung einer Fasanenjagd war nicht erlaubt und sogar dem Versand erlegter Fasanen mussten versiegelte Bescheinigungen beiliegen.
Bis zum Jahre 1742 gab es in Mitteleuropa artreine Bestände des Kupferfasans (Phasianus colchicus colchicus, der auch als Ringloser, Böhmischer oder Reisfasan bekannt ist. Dann wurden Ringfasanen aus England eingeführt und 1840 kam derBuntfasan (Phasianus versicolor) aus Japan dazu. 1900 brachte Hagenbeck dann den Mongolischen Ringfasan (P. c. mongolicus) nach Europa.
Das Auswildern zum Jagdvergnügen bzw. die Jagd in ummauerten sogenannten ?wilden Fasanerien? wurde allerdings erst mit dem Aufkommen der Schusswaffen im 18. Jahrhundert betrieben. Auch heute kann noch zwischen der Zucht mit anschließender Auswilderung zur Anhebung der Wildbestände für die Jagd und der ausschließlichen Haltung in Volieren zur Fleischgewinnung unterschieden werden.

© Dirk Schäffer (03/2008, aktualisiert 04/2012)